Sonntag, 28. September 2014

Cerro Buracchio | Bilder

Nach den Bildern zur Inlandeis-Querung folgen nun ein paar Eindrücke vom Gipfelsturm auf den Cerro Buracchio.

Der Buracchio war der höchste unbestiegene Berg in der Region und zählte zu den höchsten noch unbestiegenen Gipfeln in Südpatagonien. In mehreren chilenischen Karten hatte er bis vor wenigen Jahren den Namen Cerro 3018 und wurde 2002 von Camilo Rada und María Paz Ibarra umbenannt. Beide Kletterer unternahmen gemeinsam drei Expeditionen zum Buracchio. Im Winter 2002 kamen sie dem Gipfel sehr nahe, mussten die Besteigung nach einem Sturz von Camilo am Gipfelpilz jedoch abbrechen. Die beiden anderen Versuche scheiterten am Wetter.

Nach den drei Besteigungsversuchen hat sich nach unserem Wissen kein weiteres Team am Buracchio versucht. Auf dem Weg zum Riso Patrón machten wir daher aufgrund der hervorragenden Wetterprognose am Wandfuß Halt und stiegen am 26.08.2014 in die Südostwand ein. Auch wenn uns das Wetter schon nach weinigen Seillängen im Stich ließ, konnten wir Camilo's Route vollenden.

Basislager am Buracchio
Fixierte Seillänge am Bergschrund

Wetterumschwung
Irgendwo in der Wand

Eiskamin am Gipfelpilz
Letzte Seillänge

Gipfelfoto
Cerro Buracchio

Route

Samstag, 13. September 2014

Der Weg ist das Ziel | Bilder

Endlich ein paar Eindrücke vom ersten Teil der Expedition.

Fitz Roy begrüßt uns in El Chaltén
Pulka Test 

Gepäcktransport zum Paso del Viento
Leicht waren die Rucksäcke wohl nicht... 

Erste Tuchfühlung mit dem Gletscher
Die letzten Meter zum Pass

Aussicht vom Paso del Viento
Party im Zelt 

Spalten-Rodeo auf dem Inlandeis
Weg durchs Gletscherlabyrinth

Spaltenzone
Nachtlager auf Eis

Blick zum Cerro Torre
Schönes Wetter am Nunatak Viedma 

Abendstimmung
Schlechte Sicht und Seilfitz

Nach 90 km sehen wir das Meer
Abseilstelle am Cerro Buracchio

Blick zum Riso Patrón
Gemütlichkeit im Eis

Wolkenmeer 
Cerro Buracchio

Donnerstag, 11. September 2014

Zurück in der Zivilisation

Hallöchen,

jetzt wieder eine Nachricht direkt aus Südamerika. Zu Beginn möchten wir Dani für die gute Berichterstattung nach den raren kurzen Telefongesprächen danken!

Gestern sind wir nach zwei eher unschönen Gepäckschlepp-Tagen wieder in El Chaltén eingetrudelt. Das Wetter war uns entgegen patagonischer Manier bis zuletzt wohlgesonnen. Für den Rückweg hatten wir uns für den Paso Marconi entschieden, da dieser mit wesentlich weniger Hindernissen aufwartet. So konnten wir bis etwa 15 km vor dem Ziel mit den Pulkas gehen und vorher einige atemberaubend Blicke in die Westseite der Cerro Torre Gruppe werfen.

Inzwischen haben wir uns wieder etwas im Hostel eingelebt. Das mit Abstand essentiellste Bedürfnis nach der Ankunft galt in der Gruppe wohl der Dusche. Nach 4 Wochen in den gleichen Klamotten lernt man warmes Wasser und Duschbad doch sehr zu schätzen ;) Nächster Punkt auf der Agenda war dann die Nahrungsaufnahme. Während der Tour bestand das Frühstück pro Nase aus 125 g Haferflocken mit Milchpulver, Rosinen und Nüssen, tagsüber 2 Müsliriegel und eine Packung Kekse und abends aus einer Trek'n Eat Mahlzeit, einer halben Schoki, einem Stück Salami, einem Brühwürfel und einem Pudding - macht zusammen 840 g Trockengewicht für wenig abwechslungsreiches aber mehr oder weniger energiereiches Trockenfutter (3800 kcal). Klar, dass wir uns die ersten Tage in Chaltén gnadenlos überfressen haben und uns vor Wanstrammeln kaum bewegen konnten.

Heute früh sind Robert und Uwe nach einem grandiosen Eierkuchen-Frühstück von KOMET ;) nochmal zur Laguna del Toro gestartet um zurückgelassene Ausrüstung und einiges Essen (primär Schoki und Kekse) zu holen, die wir dort auf dem Hinweg deponiert hatten - hätten wir ja schließlich den Pass hochschleppen müssen. Am Freitag geht es dann wieder mit dem Bus nach El Calafate und Samstag dann schon wieder in den Flieger Richtung Buenos Aires bzw. Heimat.

In den nächsten Tagen gibt es dann auch endlich ein paar visuelle Eindrücke unserer Reise. Bis dahin. Hasta pronto.

Sonntag, 7. September 2014

Jäger&Sammler....

Jetzt geht es Schlag auf Schlag mit den Meldungen: ein neuer Anruf von Robert, diesmal mit Direktsicht (-- leider nur von Robert) auf den wolkenfreien Cerro Torre.

Nach der erfolgreichen Besteigung des Cerro Burrachio und der glücklichen Skibergung wollten die Jungs beginnend am 28. August einen Vorstoß zum Riso Patron wagen. Für den 2./3. September war ein mächtiges Sturmtief angekündigt und der Rat der ortsansässigen Bergsteiger lautetet: "gewinnt Land!". Die Zeichen für diese sehr sportliche Runde waren also alles andere als gut. Neben der knappen Zeit - nur 4 Tage vor dem Sturmtief war auch der Abstieg, den Franz vorab erkundet hatte völlig ungeklärt. Als es in der Nacht vor dem Aufbruch auch noch im Sturm ein Zeltgestänge zerlegt hat, an Schlaf war auch nicht zu denken, wurde umgeplant.

Für den "ausgefallenen" Riso Patron wurden jetzt Kleinere aber oft noch wahrscheinlich unbestiegene Gipfel in der Cordon Riso Patron das Ziel. Nebenbei wurde das Lager immer mehr in Richtung Chalten verlegt. Bei einer Begehung hat Robert am Gipfel der Deadman "angesprungen", er kann jetzt mit dem Strohhalm trinken, ohne den Mund aufzumachen -- die Zahnärzte haben auf jeden Fall was zu tun -- nein Bilder gibt es keine.

Auf dem Rückweg musste außerdem wieder eine 70° Flanke mit den Pulkas überwunden werden. Wegen der massiven Neuschneefälle war es wohl etwas problematisch von der Lawinengefahr. Dafür konnten die Vier aber wahrscheinlich auch noch eine Skitourerstbegehung verbuchen. Aber sicher wird sich das erst nach der Rückkehr zeigen.

Das angekündigte Sturmtief ist dann doch weggedreht und so standen die Vier am Freitag bei Traumwetter direkt hinter dem Cerro Torre -- und einigen hat es wohl in den Fingern gejuckt.

Bei ordentlich kalten Nächten und herrlichem Wetter ist jetzt der Rückweg nach Chalten über den Passo Marconi geplant.

Dani

Donnerstag, 4. September 2014

Cerro Burrachio

Liebe Leute,
gestern hatte ich wieder mal einen Telefonanruf vom anderen Ende der Welt und es gibt eine Menge zu berichten.

Die Vier hatten Ihr Lager unterhalb des Cerro Burrachio aufgeschlagen und dort eine Schneehöhle gegraben. Von dort aus haben Sie zunächst einige Erkundungstouren in die Umgebung gestartet.

Am 26.08. um 8:30 war es dann so weit und Robert, Uwe und Paul sind bei super Wetter mit Sicht auf den Riso Patron in die noch unbestiegene SO-Flanke des Cerro Burrachio eingestiegen. Die Ski wurden am Bergschrund zurückgelassen. Das gute Wetter war allerdings nur von sehr kurzer Dauer. Die Route führte in 14 SL bzw. 670 Klettermetern und 70°, stellenweise 80° steilem Eis zum Gipfel (18:30 - 2767m). Sicht war leider gar keine mehr.
Beim Abseilen über die Route haben Sie dann nachts um 2 eine böse Überraschung erlebt: die Ski waren wegen des vielen Neuschnees und der Schneebrettabgänge nicht mehr aufzufinden.
Zunächst wurde die Suche erschöpft aufgegeben und Franz hat die Drei nachts um 3 Uhr noch bekocht.
Der nächste Tag wurde dann exklusiv der Skisuche gewidmet. Ein GPS Punkt vom Depot war zwar vorhanden, aber wegen der Abschattungen relative ungenau. Zum Glück konnten die Ski unter 150cm Neuschnee geborgen werden -- Glück gehabt.


Viele Grüße von den Jungs
 

Donnerstag, 28. August 2014

Lebenszeichen

Liebe Leute,
gestern habe ich ein etwas ausführlicheres Lebenszeichen vom anderen Ende der Welt erhalten und versuche mal für Euch die knappe Schilderung in Wort und Text zu fassen - mit der Bitte um Nachsicht bei den evtl. vorhandenen stille Post" Fehlern.

Das Wichtigste vorab, Allen geht es gut!!!

Das Wetter ist längst nicht so gut wie von mir und Rolando (aus Italien) beständig per SMS gepredigt, aber die nächsten Tage sieht auch die Vorhersage im NOA Modell schlechter aus ;-).

Aber von Anfang: 

Bis zum 19. August haben die 4 gebraucht - insgesamt 5 Tage - um die ca. 320kg Gepäck auf den Paso del Viento (1400m) zu bringen. Dabei Dauerregen und mitunter ziemlich"gute" Stimmung.

Anschließend ging es endlich auf das Eis, die Pulkas wurden gepackt. Vorbei war die Schlepperei. Das Eis war Anfangs wegen der warmen Temperaturen und dem Regen aper. Deshalb haben Sie die nördliche Route um den Nunatak Viedma gewählt. Neben fantastischem Wetter bei bestem Schnee und mühsamen Auf- und Ab in den Spaltenzonen haben Sie dort auch einmal eine sehr kalte Nacht (-20°C) gehabt. Zeitlich war das so um den 22. August rum.

Entfernungsmäßig sind so 10-11km Luftlinie pro Tag drinne. Insgesamt hat der Hinweg wohl schon deutlich mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen.

Jetzt sind die Vier schon fast im Zielgebiet angekommen und hocken unterhalb vom Cerro Burrachio, aber da geht es im nächsten Blog weiter.

Daniel in Vertretung für Robert, Paul, Franz und Uwe

Freitag, 15. August 2014

Finaler Start

Liebe Leute,


morgen ist es soweit. Uwe und Robert werden den ersten Bus von El Calafate nach El Chaltén nehmen und gegen Mittag bei Paul und mir eintreffen. Dann werden wir direkt losgehen und versuchen an diesen Tag noch bis zur Laguna Toro zu kommen, wo noch schon einige Kilo Ausrüstung liegen. Dann geht es weiter über den Paso del Viento und 4 Wochen lang aufs Inlandeis. Keine Bäume, keine Sträucher, kein Gras, kein Wasser mehr - nur noch Eis, Schnee und Fels.
Nach einer Woche Ausrüstung schleppen irgendwie auch ein schönes Gefühl, dass es endlich richtig losgeht.
Wir hoffen jetzt auf gutes Wetter mit viel Sonne, wenig Niederschlag und wenig Wind. Vermutlich nur Hirngespinste. Wir werden sehen...
Bis bald!


PS: Zwischendurch wird es vielleicht auch